Telebild - ein Markenname von HELL
 
  Telebild Transceiver (Sender) 1956 Telebild Empfänger TM 830 (1956)
 
Mit dem Einsatz von Hell-Schreibern und Hellfax-Geräten begann eine neue Zeit, bildliche Informationen über Leitungen oder Funk zu übertragen. Mit den vielen technischen Möglichkeiten, die die Bildtelegraphie uns allen bietet, ist unsere Firma zur Weltgeltung gelangt. Aus dem Oberbegriff Bildtelegraphie entwickeln sich die Begriffe Hellfax, Pressfax und Telebild . Mit den technischen Erfahrungen von Hellfax haben unsere Ingenieure ihre Arbeit zielstrebig fortgesetzt.

Serie C von 1956

   
Von hohem Marktwert: ein aktuelles Foto — ein Bild von gestern, nein danke! Tageszeitungen leben von der Aktualität der Berichte. Besonders die Boulevardpresse zeigt mit vielen großen Bildern, was der Leser zu sehen wünscht. Tag für Tag Neuigkeiten auch aus fernen Ländern.
Aktuelle Bilder von den interessantesten Vorfällen haben bei diesen Zeitungen einen besonders hohen Marktwert. Die Titelseiten zeigen darum täglich ein brandneues Sensationsbild aus irgendeiner Ecke der Welt.
Wie ist das möglich? Das Foto wurde über Leitungen oder Funkstrecken gesendet.
HELL hat sich für dieses Verfahren den Namen Telebild schützen lassen.

Wie bei Hellfax, mit dem man die aktuellen Wetterkarten verbreiten half, waren also auch bei Telebild von Anfang an wichtige wirtschaftliche und technische Gründe für die Entwicklung und Anwendung vorhanden.

Von der Hellfax-Technik wurde das bewährte Grundprinzip des mechanischen Aufbaus übernommen. Auf der Walze wird statt einer Wetterkarte nun ein Schwarz-Weiß-Foto abgetastet bzw. aufgezeichnet. Was ist der Unterschied? Eine Fotografie zeigt gegenüber einer Wetterkarte, die nur aus Linien besteht, eine große Skala von Halbtönen. Es sind Grautöne aller Schattierungen, die das Bild so plastisch machen. Auf diese Feinheiten muss die Elektronik von Telebildgeräten abgestimmt sein.

Telebilder wie Fotos. Telebild ist ein Markenname von HELL.  Andere Namen sind dafür auch Telefoto, Funkbild oder Funkfoto. — Allen gemein ist: sie werden als elektrisches Signal vom Sender zum Empfänger übertragen.
Telebildtechnik
Wer sich die Arbeitsprinzipien eines Telebildsenders und eines Telebildempfängers einprägt, wird später erkennen, daß sie auch in den großen HELL-Scannern, den Chromagraphen, in weiterentwickelter Form noch vorhanden sind.
Das opto-elektronische Abtastsystem des Telebildsenders. Wie funktioniert es?

Beim Abtasten eines Fotos wird ein Lichtpunkt auf die Bildoberfläche des auf der Walze rotierenden Fotos projiziert. Das von dieser Oberfläche reflektierte Licht gelangt über das Objektiv zum Fotoelement. Hier wird aus dem optischen ein entsprechendes elektrisches Signal gewonnen und anschließend verstärkt. Weiße Bildteile reflektieren bekanntlich sehr viel Licht, schwarze sehr wenig. Alle Halbtöne im Bild reflektieren darum je nach hellerem oder dunklerem Grauwert mal mehr, mal weniger Licht. Das Fotoelement im Abtastsystem des Senders gibt dabei ein Signal ab, das dem abgetasteten reflektierten Licht vollkommen entspricht. Auf der Empfangsseite entsteht aus dem elektrischen Signal ein Telebild, ein Faksimile des Originalfotos. Durch den kontinuierlichen Vorschub des Abtastsystems bedingt, wird das auf der rotierenden Walze befindliche Foto schraubenlinienförmig abgetastet.
Das Telebild, eine fotogetreue Abbildung

Alte Telebildempfänger von HELL, die Telebilder auf Fotopapier aufzeichnen können, sind mit einer Glimmlampe zur Belichtung ausgerüstet. Sie befindet sich im Aufzeichnungssystem des Empfängers. Die Glimmlampe belichtet über eine Optik das auf der Walze rotierende Fotopapier in einer schmalen Spur. Durch den kontinuierlichen Vorschub des Schreibsystems, parallel zur Achsrichtung der rotierenden Bildwalze ergibt sich, daß ein Telebild in diesem Empfängertyp schraubenlinien förmig belichtet wird. Die Elektronik des Empfängers wandelt das Bildsignal des Sendegerätes so um, daß automatisch ein Fotopositiv aufgezeichnet wird.


1971 so erfolgreich, dass kein Gerät ab Lager geliefert wurde


Heute (1981) gibt es das mit Laser belichtete Telebild.

Von dem neuen
HELL Telebildempfänger TM 4006 werden Telebildaufzeichnungen mit einem direkt über den Strom modulierbaren Laser belichtet. Bildzeile für Bildzeile lenkt ein Spiegel das Laserlicht dazu auf Spezialpapier, das anschließend nicht mehr durch Fotochemikalien, sondern nur noch durch Wärme entwickelt werden muss. Dadurch ließ sich dieser Empfänger wesentlich kompakter bauen als die bewährten alten Modelle.

Telebilder nicht nur bei der Presse: Fingerabdrücke und Mondkrater
Weil die Telebildtechnik so schnell ist, lag es nahe, ihr Übertragungsverfahren auch in den Dienst der Polizeibehörden zu stellen. Interpol hat damit schon manche Fahndung erfolgreich abschließen können. Fingerabdrücke und Fotos von verdächtigten Personen lassen sich zur umfassenden Ermittlungsarbeit über alle nationalen Grenzen hinweg austauschen. Dafür sind internationale Sende- und Empfangsnormen geschaffen worden. Auch viele Fernsehanstalten haben Telebildgeräte, mit denen die täglichen Sendungen der verschiedenen Pressebildagenturen empfangen und ausgewertet werden. Selbst „der erste Mann auf dem Mond" ging als Telebild um die Welt. Satellitenbildempfänger TM..SAT können an die Empfangsanlagen der Weltraumfahrt an- geschlossen werden. Die Satellitenfotos in der Wettervorhersage des Fernsehens sind dafür ein anschauliches Beispiel.
 
   HELL Telebildempfänger TM 4006

   HELL Satelliten-Bildempfangsautomat TM 835

  HELL Telebild-Sender Typ TS 975


wird fortgesetzt....