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Der HELLschreiber / Feldfernschreiber
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Der erste HELLschreiber von 1929
 
Feldfernschreiber 1940
   
HELLschreib-Empfänger von 1947
 
Siemens HELLschreiber "GL" 72 (2x)
 
HELLschreiber 80 (NATO-Version)

Der HELLschreiber, eigentlich Typenbildfeldfernschreiber genannt, ist ein Fernschreibgerät, das Mitte des 20. Jahrhunderts auf besonders störanfälligen Übertragungswegen benutzt wurde. Das Prinzip wurde 1929 patentiert und sowohl mit Funk-Übermittlung als auch mit Landleitungen eingesetzt. Besondere Bedeutung hatte er bei der Übertragung von Pressefunknachrichten bis in die 1980er Jahre. Heute wird er teilweise noch von Funkamateuren benutzt.

Aus der Bedienungsanleitung des Siemens-Hell-Schreibers "GL" T typ 72c von 1955:

Der Siemens-Hell Schreiber "GL" wird mit Vorteil für Fernschreibverkehr über vorhandene Fernsprech-Übertragungseinrichtungen verwendet, wenn wegen des verhältnismäßig geringen Verkehrsumfanges der Aufwand für ein Fernschreibnetz mit Fernschreib-Vermittlungen und Fernschreib-Teilnehmerstellen zu groß wäre. Dies trifft z. B. für Nachrichtennetze der Bahn, Polizei und Feuerwehr oder für Verbindungen zwischen Börse und Banken, zwischen Hafen und Reederei und ähnliche Verbindungen zu.

Das Gerät besteht aus einem Sender und Empfänger. Es ist mit Fernein- und -ausschaltung ausgerüstet, so dass jederzeit Nachrichten empfangen werden können, auch wenn an der Empfangsstelle keine Bedienungsperson zugegen ist. Beim Siemens-Hell-Verfahren wird jedes zu übermittelnde Zeichen in Rasterpunkte aufgeteilt. Diese Rasterpunkte werden in Form von Stromstößen nacheinander übertragen und vom Schreibsystem des Empfängers durch eine synchron mit dem Sender umlaufende Schreibspindel nacheinander aufgezeichnet. Da das Zeichen also nicht gedruckt sondern ohne Zwischenschaltung eines abstrakten Codes geschrieben wird, können Störimpulse auf dem Übertragungsweg nur die Lesbarkeit beeinträchtigen, nicht aber die Aufzeichnung eines falschen Zeichens bewirken.

Der Siemens-Heil-Schreiber "GL" vereinigt die Einfachheit des Siemens-Hell-Systeme mit den vom Fernschreiber her bekannten Vorzügen des Start-Stop-Prinzips. Man kann also auf der Tastatur dieses Gerätes schreiben, ohne an einen Rhythmus gebunden zu sein, Der Papierstreifen wird bei jedem  Tastenschlag um eine Buchstabenbreite vorgeschoben.

Der Siemens-Hell-Schreiber "GL" ist für den Betrieb auf Fernsprechleitungen und Funkverbindungen mit leitungsähnlichen Eigenschaften vorgesehen. Zur Übertragung wird eine im Gerät erzeugte Trägerfrequenz von wahlweise 1000 Hz oder 3000 Hz benutzt. Die Übertragungseigenschaften der Leitungen brauchen nicht besonders gut zu sein, es genügt das Frequenzband von 550 bis 1450 Hz bzw. 2550 bis 3450 Hz, die Dämpfung kann bis zu 4 N betragen, ein Wert bei dem die Sprechverständigung schon schwierig ist. Wird zur Zeichenübertragung die Frequenz 3000 Hz verwendet, so kann das Frequenzband unterhalb 2400 Hz anderweitig z.B. zum Fernsprechen, ausgenutzt werden.

Die größte Schreibgeschwindigkeit ist 6,1 Zeichen je Sekunde, Es kann also etwa das gleiche Schreibtempo eingehalten werden wie bei einer Fernschreibmaschine.
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Komplette Original-Bedienungsanleitung für den Hell-Schreiber "GL" von 1955
 (Bildergalerie öffnet in neuem Fenster)


Übertragungsprinzip

Bei moderneren Anlagen wurde jedes Schriftzeichen in ein Raster von 7 Zeilen und 7 Spalten, also 49 Bildpunkten zerlegt. Durch die Raster-Übertragung kann der Hellschreiber jedes Zeichen übertragen, dass sich auf dem Raster abbilden lässt, weshalb das Verfahren auch im asiatischen Raum erfolgreich eingesetzt wurde.



Für jedes Zeichen enthält das Sendegerät eine Nockenscheibe, die bei Druck auf die Gebertaste eine Umdrehung ausführt. Dabei erzeugen ihre Nocken je nach Länge verschieden lange Stromimpulse.



Beim Empfangsgerät wird ein Papierband im Rhythmus der empfangenen Impulse vom Anker eines Elektromagneten an eine mit 60 Umdrehungen pro Sekunde rotierende Schreibschnecke gedrückt. Pro Umdrehung der Schreibschnecke wird eine Spalte eines Zeichens geschrieben, so dass pro Sekunde reichlich 8,5 Zeichen übertragen werden können. In heutige Verhältnisse übersetzt betrug die Bitrate dieses Systems 420 bps. Die Bandbreite von Fernschreibverbindungen reichte damit für Übertragungen mit dem Hellschreiber aus.

Feldfernschreiber (Feld HELL (1940))
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 Sehr ausführliche Abhandlung zum Feldfernschreiber (1940)

Komplette Original-Bedienungsanleitung für den Feldfernschreiber von 1941


Patent

Das Patent zum Hellschreiber, Nr. DE540849, wurde in Deutschland ab dem 3. April 1929 gültig und am 17. September 1930 folgte noch ein Zusatz (Nr. DE541935) dazu.

Patentschrift DE540849 Seite 1  Seite 2  Seite 3
Patentschrift DE541935 Seite 1  Seite 2  Seite 3

Fotogalerie HELLSchreiber