Der HELLschreiber, eigentlich
Typenbildfeldfernschreiber genannt, ist ein Fernschreibgerät, das Mitte des 20. Jahrhunderts
auf besonders störanfälligen Übertragungswegen
benutzt wurde. Das Prinzip wurde
1929
patentiert und sowohl mit Funk-Übermittlung als
auch mit Landleitungen eingesetzt. Besondere
Bedeutung hatte er bei der Übertragung von
Pressefunknachrichten bis in die 1980er Jahre. Heute
wird er teilweise noch von
Funkamateuren benutzt.

Aus der Bedienungsanleitung
des Siemens-Hell-Schreibers "GL" T typ 72c von 1955:
Der Siemens-Hell Schreiber "GL" wird mit Vorteil für
Fernschreibverkehr über vorhandene
Fernsprech-Übertragungseinrichtungen verwendet, wenn
wegen des verhältnismäßig geringen Verkehrsumfanges
der Aufwand für ein Fernschreibnetz mit
Fernschreib-Vermittlungen und
Fernschreib-Teilnehmerstellen zu groß wäre. Dies
trifft z. B. für Nachrichtennetze der Bahn, Polizei
und Feuerwehr oder für Verbindungen zwischen Börse
und Banken, zwischen Hafen und Reederei und ähnliche
Verbindungen zu.
Das Gerät besteht aus einem Sender und Empfänger. Es
ist mit Fernein- und -ausschaltung ausgerüstet, so
dass jederzeit Nachrichten empfangen werden können,
auch wenn an der Empfangsstelle keine
Bedienungsperson zugegen ist. Beim
Siemens-Hell-Verfahren wird jedes zu übermittelnde
Zeichen in Rasterpunkte aufgeteilt. Diese
Rasterpunkte werden in Form von Stromstößen
nacheinander übertragen und vom Schreibsystem des
Empfängers durch eine synchron mit dem Sender
umlaufende Schreibspindel nacheinander
aufgezeichnet. Da das Zeichen also nicht gedruckt
sondern ohne Zwischenschaltung eines abstrakten
Codes geschrieben wird, können Störimpulse auf dem
Übertragungsweg nur die Lesbarkeit beeinträchtigen,
nicht aber die Aufzeichnung eines falschen Zeichens
bewirken.
Der Siemens-Heil-Schreiber "GL" vereinigt die
Einfachheit des Siemens-Hell-Systeme mit den vom
Fernschreiber her bekannten Vorzügen des
Start-Stop-Prinzips. Man kann also auf der Tastatur
dieses Gerätes schreiben, ohne an einen Rhythmus
gebunden zu sein, Der Papierstreifen wird bei jedem
Tastenschlag um eine Buchstabenbreite vorgeschoben.
Der Siemens-Hell-Schreiber "GL" ist für den Betrieb
auf Fernsprechleitungen und Funkverbindungen mit
leitungsähnlichen Eigenschaften vorgesehen. Zur
Übertragung wird eine im Gerät erzeugte
Trägerfrequenz von wahlweise 1000 Hz oder 3000 Hz
benutzt. Die Übertragungseigenschaften der Leitungen
brauchen nicht besonders gut zu sein, es genügt das
Frequenzband von 550 bis 1450 Hz bzw. 2550 bis 3450
Hz, die Dämpfung kann bis zu 4 N betragen, ein Wert
bei dem die Sprechverständigung schon schwierig ist.
Wird zur Zeichenübertragung die Frequenz 3000 Hz
verwendet, so kann das Frequenzband unterhalb 2400
Hz anderweitig z.B. zum Fernsprechen, ausgenutzt
werden.
Die größte Schreibgeschwindigkeit ist 6,1
Zeichen je Sekunde, Es kann also etwa das gleiche
Schreibtempo eingehalten werden wie bei einer
Fernschreibmaschine.
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Übertragungsprinzip
Bei moderneren Anlagen wurde jedes
Schriftzeichen in ein
Raster von 7 Zeilen und 7 Spalten, also 49
Bildpunkten zerlegt. Durch die Raster-Übertragung
kann der Hellschreiber jedes Zeichen übertragen, dass
sich auf dem Raster abbilden lässt, weshalb das
Verfahren auch im asiatischen Raum erfolgreich
eingesetzt wurde.

Für jedes Zeichen enthält das Sendegerät eine
Nockenscheibe, die bei Druck auf die Gebertaste eine
Umdrehung ausführt. Dabei erzeugen ihre Nocken je
nach Länge verschieden lange Stromimpulse.

Beim Empfangsgerät wird ein Papierband im
Rhythmus der empfangenen Impulse vom Anker eines
Elektromagneten an eine mit 60 Umdrehungen pro
Sekunde rotierende Schreibschnecke gedrückt. Pro
Umdrehung der Schreibschnecke wird eine Spalte eines
Zeichens geschrieben, so dass pro Sekunde reichlich
8,5 Zeichen übertragen werden können. In heutige
Verhältnisse übersetzt betrug die Bitrate dieses
Systems 420 bps. Die Bandbreite von
Fernschreibverbindungen reichte damit für
Übertragungen mit dem Hellschreiber aus.
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