Der Klischograph (1953)


Im Labor 1951

Wer dieses Gewirr von Drähten und sonstigem Zubehör betrachtet, der kann wohl kaum auf den Gedanken kommen, daß daraus jemals ein Klischograph entstehen könnte. Und doch ist das, was hier gezeigt ist, aller Maschinen Anfang. Das Photo entstand im Jahre 1951, im Labor. Von diesem Zeitpunkt an vergingen dann noch gute zwei Jahre, bis der erste betriebsreife Standard-Klischograph das Werk in Richtung Schweden verließ. Das Jahr 1953 kann somit als das Geburtsjahr dieser Maschine gelten, die dann so etwas wie eine Pionierrolle für die Technisierung der graphischen Industrie spielen sollte. Die ersten von diesen Maschinen waren ausschließlich für den Zeitungsdruck bestimmt; sie verfügten lediglich über einen 26er Raster. Verglichen mit dem Vario-Klischograph von heute, war der Standard-Klischograph nur eine einfache Maschine; aber gerade diese Einfachheit war und ist für die Erledigung der ihr gestellten Aufgaben wichtig.

Wie kam man denn nun überhaupt dazu, eine solche Maschine zu entwickeln und zu fertigen? Nachdem die Firma Dr.-Ing. Rudolf Hell bereits seit dem Jahre 1927 Nachrichtengeräte herstellte – der Hell-Schreiber dürfte wohl noch jedem bekannt sein – war es nahe liegend nach dem Tage Null mit diesen Geräten wieder einen Anfang zu machen. Andere Apparate, die zu diesem Zeitpunkt gefertigt wurden, waren die Telebildgeräte für die Übertragung von Photos für die Presse. Und vor allem für diese meistens in letzter Minute hereinkommenden Bilder fehlte eine Maschine, mit der man diese Bilder noch reproduktionsreif klischieren konnte. Denn allzu oft wurde es mit diesen „letzte-Minute-Photos" nichts mehr für das Blatt, weil so spät die Chemigraphien nicht besetzt waren. Eine Lücke war zu schließen; der Standard-Klischograph schloß sie.

   Werbung 1956

Wie das Bild (ganz oben) es zeigt, war das Labormuster des Klischograph ein Walzengerät, angelehnt an die Technik der Telebildgeräte, die ja mit Walzen arbeiten. Es wurde aber schnell erkannt, dass eine Flachbettmaschine vorteilhafter wäre. So kam es dann zu der jetzigen Form des Standard-Klischograph , der zunächst nur mit einem, heute jedoch mit zwei Rastern, grob und fein, versehen ist.

Messestand mit dem ersten Klischographen 1954

Die DRUPA 1954, wo diese Maschine zum ersten Mal der Fachwelt vorgestellt wurde, zeigte, daß unser Weg der richtige Weg war. Allerdings gab es auch skeptische Stimmen. Sie kamen vornehmlich aus den Reihen der Chemigraphen, denen die Qualität der Klischees nicht genügte. Hinzu kam noch, daß der Standard-Klischograph nur ein Maximalformat von 15 x 20 cm verarbeiten und auch keine Maßstabsveränderung gegenüber dem Original vornehmen konnte. Trotz dieser Einschränkungen erfüllte diese kleine Maschine aber doch ihren Zweck, und heute (1964) kann unsere Firma auf fast 2.500 in allen Erdteilen aufgestellte Standard-Klischographen zurückblicken.

Gleichzeitig mit der Fertigung dieses Gerätes wurde die Entwicklung einer Graviermaschine für Farbtrennung und Maskierung weiter vorangetrieben. Mit dieser Sache hatte man sich im wahrsten Sinne des Wortes auf einen revolutionären, aber auch dornenvollen Weg begeben. Denn wenn man bedenkt, wie sehr doch die Beurteilung einer farbigen Reproduktion von der Ansicht und vom Geschmack jedes Einzelnen abhängt, dann kann man sich ungefähr vorstellen, welch harte Kritiken nach der Produktion der ersten Farbauszüge eingesteckt werden mussten. Der Farbklischograph F 160 war praktisch nichts anderes als ein Standard-Klischograph mit größerer Elektronik für die Farbmaskierung. [
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(Artikel aus dem Klischograph 1964: "Der Klischograph geht ins 11. Jahr")
 

Der Rasterklischograph K 150 (zur Gravur von Halbton-Klischees)

Der Klischograph ist ein elektronisch gesteuertes Graviergerät zur Herstellung druckfertiger Klischees.

Die Bildvorlage wird lichtelektrisch abgetastet, wobei ein Gravierstichel gesteuert wird, der Punkt für Punkt das Klischee erzeugt.
Die Bedienung des Gerätes beschränkt sich auf wenige Handgriffe.

Jede gewünschte Tonwertveränderung kann durch geeignete Einstellung erreicht werden. Der eigentliche Graviervorgang läuft bis zur Fertigstellung des Klischees völlig automatisch ab.

Wahlweise Tonwertumkehrung, z. B. aus einer positiven Vorlage ein negatives Klischee, ist möglich. Soll die Vorlage vergrößert oder verkleinert wiedergegeben werden, stellt man mit Hilfe einer handelsüblichen Reprokamera (mit Umkehrprisma) ein seitenrichtiges Papiernegativ im gewünschten Format her. Von diesem Negativ graviert der Klischograph ein positives Klischee.

Maximales Format für Klischograph K 150: 15 x 20 cm.
Ausführung in Raster 24, 26, 32, 40 oder 48 für Zeitungsdruck und Buchdruck. Auch für zwei Raster umschaltbar: 24-32, 24-48, 32-48, 26-40, 30-45 und 40-48.  Klischeematerial: Nolar, Zink, Magnesium, Aluminium
Der Standard-Klischograph K 151 (zur Gravur von Klischees für den Buch- und Zeitungsdruck)
Dieses Gerät (siehe Bild), in mehreren tausend Exemplaren in allen Erdteilen aufgestellt, war eine große Hilfe für Zeitungen, Bildredaktionen und Klischeeanstalten.

Es wurde im Jahre 1954 zum ersten Mal auf der "Drupa" in Düsseldorf (größte graphische Fachmesse der Welt) vorgestellt; es erregte viel Aufsehen.

Im Jahre 1875 erfand ein Deutscher, Georg Meisenbach, ein Verfahren, mit dem er ein Bild (Foto) über eine Rasterplatte auf eine lichtempfindlich beschichtete Zinkplatte kopierte.

Durch Ätzen in einer Säurelösung entstand ein Klischee. Diese Methode, einen Druckstock herzustellen, ist das klassische Verfahren der Klischeeherstellung.

Der Mangel an geeignetem Personal, besonders aber die verhältnismäßig lange Zeit der Herstellung eines Klischees, veranlassten einige Zeitungsverleger und Inhaber von Klischeeanstalten, Herrn Dr. Hell anzutragen, eine elektronische Maschine zu entwickeln, mit der man Klischees schneller als bisher fertigen kann.

Das war im Jahre 1950. Zwei Jahre später war eine Maschine fertig, mit der man Klischees elektronisch gravieren konnte.   [weiter...]

Der Klischograph S 240 (zur Herstellung von Strichklischees)

Ein Gerät mit vielen Möglichkeiten. Es graviert alle Strichvorlagen in bester Qualität: Zeichnungen, Kopfleisten, Kreuzworträtsel, Diagramme, Noten und Schriften. Wahlweise Tonwertumkehrung.

Einfache Farbauszüge mit Hilfe von Farbfiltern.

Die Gravur der freistehenden Strichklischees erfolgt automatisch in zwei Tiefenstufen mit einer Gesamttiefe von 0,7 mm, so dass beim Drucken das durchhängende Papier nicht den Boden der ausgeschnittenen Flächen berührt. Durch die Tiefengravur ist kein Nachfräsen erforderlich.

  • Maximalformat: 25,4 x 25,4.

  • Klischeematerial: Nolar, Hartblei, Magnesium.

  • Einstellung in drei Stufen: 48, 64, 96-Linien/cm.

  • in Sonderausführung für Feinstrich: 64, 96, 192-Linien/cm.

Der Klischograph F 160 und F 162 (zur Gravur farbiger Vorlagen)
Durch eingebaute Farbfilter und Korrekturfilter werden aus der Vorlage die Grundfarben ausgewählt; gleichzeitig erfolgt dabei eine elektronische Farbkorrektur der Klischees, so dass diese sofort druckfertig sind.
Klischograph Typ F 160: zur Abtastung von farbigen Aufsichtspositiven (Farbfotos).



Klischograph Typ F 162: Zur Abtastung von farbigen Diapositiven.
Die Klischees werden nacheinander von der gleichen Vorlage mit der erforderlichen Rasterdrehung hergestellt. Registermarken werden automatisch mitgraviert. Die Herstellung von vier farbkorrigierten Klischees dauert etwa zwei Stunden.
Maximalformat für Klischograph F 160 und F 162: 15 x 20 cm.
Ausführung in Raster 26, 32, 40 oder 48 für Zeitungsdruck und Buchdruck.
Klischeematerial: Nolar, Zink, Magnesium, Aluminium.
Der Klischograph K 180 (zur Gravur von Klischees in vergrößertem und verkleinertem Maßstab)

 
Der Klischograph R 242 (zur automatischen Rückenzurichtung)
Der Klischograph R 242 ist als Zusatzgerät besonders für Klischeeanstalten geeignet.
Jedes geätzte oder gravierte Halbton-Klischee aus Zink, Aluminium, Magnesium oder Nolar beliebiger Stärke läßt sich im Klischograph R 242 in kurzer Zeit mit einer Rückengravur versehen. Durch Abtastung der Klischeevorderseite wird ein Schneidwerkzeug gesteuert, das in die Klischeerückseite ein Relief für die Zurichtung graviert. Nur die weißen Bildpartien werden ausgraviert. Die Graviertiefe ist einstellbar. Die genaue Deckung von Klischee und Rückenzurichtung ist zwangsläufig gewährleistet; es gibt keine Paß-Schwierigkeiten.
Der Bildrahmen zum Festspannen der Klischees ist verstellbar, so daß Klischees beliebigen Formats bearbeitet werden können. Maximalformat für Klischograph R 242: 25 x 25 cm.