Der
Siemens-Hell-Feldschreiber
I. Einleitung
Die Betriebserfahrungen mit der Helltelegrafie bei zahlreichen
Nachrichtendiensten des In- und Auslandes haben gezeigt. dass der
Hellschreiber eine sichere Funkverbindung auf Kurz- und Langwellen auch
unter schlechten Übertragungsbedingungen ermöglicht.
Die Unempfindlichkeit des Hellschreibers gegen atmosphärische Störungen
und die einfache Bedienung durch wenig geschultes Personal machen ihn
besonders geeignet zum Einsatz. auf Funk- und Drahtverbindungen
ortsveränderlicher Stationen.
Für derartige, vielfach stark gestörte Verbindungen, auf denen bisher
nur Morsehörempfang oder Telefoniebetrieb möglich war, wurde ein
tragbarer Schreiber von der Firma Dr.-Ing. R. Hell entwickelt. der von
der Siemens & Halske AG. serienmäßig gebaut und unter dem Namen
Siemens-Hell-Feldschreiber auf den Markt gebracht wird. Der Siemens -
Hell - Feldschreiber, nachstehend kurz als Feldschreiber bezeichnet,
entspricht in der grundsätzlichen Wirkungsweise vollkommen dem als
Siemens-Hell-Schreiber bekannten kommerziellen Gerät und kann mit diesem
ohne weiteres zusammenarbeiten, sofern die Schreibgeschwindigkeit
übereinstimmt. In konstruktiver Hinsicht stellt der Feldschreiber jedoch
eine völlige Neuentwicklung dar. die unter den speziellen Forderungen
für den beweglichen Einsatz entstanden ist. |
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Der Geber
und der Empfänger sind zu einem einzigen Gerät, dem Schreibgerät,
vereinigt mit einer beiden Teilen gemeinsamen Antriebsmaschine. die als
Motorgenerator ausgebildet ist und die die Anodenleistung für den
Verstärker liefert. Das Schreibgerät ist mit dem zugehörigen Verstärker
zusammen in einem Tornisterkasten untergebracht, der als Rückenlast
getragen werden kann und in dem die Geräte auch bei Betrieb verbleiben.
Abbildung 1 zeigt den Feldschreiber im Tornisterkasten mit abgenommenem
Kastendeckel.
Die Zeichenabtastung wird geberseitig nicht wie beim
Siemens-Hell-Schreiber durch einen Lochstreifen, sondern direkt durch
Betätigen einer Schreibmaschinentastatur bewirkt. Dadurch ist zwar die
Schreibgeschwindigkeit auf 150 Zeichen/Min. begrenzt — gegenüber 300
Zeichen Min. beim Lochstreifenbetrieb —, aber der apparatelle Aufwand
ist dabei denkbar gering, der Betrieb einfach und kurze Telegramme
können rascher abgesetzt werden, was besonders hei Gegensprechbetrieb
wichtig ist. Auf der Empfangsseite werden die Impulse in bekannter Weise
wie beim Siemens-Hell-Schreiber durch eine schraubenartige
Schreibspindel linienweise zu Schriftzeichen zusammengesetzt. Die
getasteten Zeichen werden am gebenden Gerät stets als Kontrollschrift
mitgeschrieben. Im Funkbetrieb kann der Feldschreiber mit jedem für
Telegrafiebetrieb geeigneten Funkempfänger oder -sender
zusammenarbeiten. |
Bei
Leitungsbetrieb liefert ein im Verstärker eingebauter Tonsummer eine
Trägerfrequenzspannung von 900 Hz. Der Feldschreiber ist unabhängig von
allen Netzspannungen und benötigt zum Betrieb nur eine einzige
Stromquelle von 12 V Gleichspannung. Die äußeren Abmessungen sind
infolge gedrängtester Bauart sehr klein gehalten. Die wenigen
Bedienungsgriffe sind übersichtlich angeordnet. Durch weitgehende
Anwendung von Leichtmetall als Baustoff wurde ein geringes Gewicht
erzielt. Trotzdem ist durch Verwendung von Elektronguss für alle
tragenden Konstruktionsteile eine große mechanische Festigkeit und damit
Unempfindlichkeit gegen rauhe Behandlung erreicht worden. Eine
korrosionssichere Lackierung schützt das Gerät gegen Klimaeinflüsse.
Der Feldschreiber ist heute bereits in großem Umfang in Funk- und
Drahtbetrieb eingeführt. Die kleinen Abmessungen, das geringe Gewicht
und der niedrige Leistungsverbrauch des Gerätes hei völliger
Unabhängigkeit von Netzspannung ermöglichen den raschen Einsatz ohne
Vorbereitung an jeder Stelle. Durch die einfache Bedienung und die
geringen Anforderungen an den Übertragungskanal wird auch bei
schlechten Betriebsbedingungen ein brauchbarer Schreibverkehr erzielt.
Die Reichweite des Feldschreibers heim Einsatz auf Funkverbindungen
liegt wesentlich über derjenigen des Telefoniebetriebes und fällt etwa
zusammen mit der Reichweite bei Morse-Hör-Empfang. |
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II. Das
Schreibgerät
Um eine leichte Montage und rasche Auswechselbarkeit der Einzelteile zu
erreichen, wurde das Schreibgerät in folgende Aggregate unterteilt:
1. Geber mit Tastenfeld,
2. Schreibsystem.
3. Antriebsmaschine,
4. Unterteil mit Getriebe. Papierkasten und Einrichtung
für Streifentransport und Streifeneinfärbung.
Das Unterteil ist das tragende Konstruktionselement des Gerätes. an dem
die anderen Aggregate, leicht auswechselbar, auf- und angebaut sind.
a) Der Geber.
Der Geber ist als Gußrahmen ausgebildet, der die Geberwalze, die
Abtastmechanik und das Tastenfeld enthält. Wie beim normalen Siemens -
Hell - Schreiber wird jedes Schriftzeichenbild in 7 Linien zu je 7
Bildpunkten zerlegt, wobei 5 Linien für das Zeichen und 2 Linien für den
Zeichenabstand verwendet werden.
Ein Bildpunkt entspricht dem kürzesten vorkommenden Impuls. Die 7
Bildlinien sind hintereinander gereiht auf dem Umfang der Geberwalze in
der Weise aufgebracht, dass den Bildelementen Kontaktsegmente
entsprechen, während die Zwischenräume durch Isoliermaterial ausgefüllt
sind.
Dadurch entstehen den einzelnen Schriftzeichen entsprechende
Kontaktreihen, die derart nebeneinander angeordnet sind, dass alle
Zeichenanfänge auf der gleichen Höhe liegen.
Die Geberwalze ist auf 150 Umdrehungen in der Minute fest eingestellt.
Die Schreibgeschwindigkeit beträgt daher 150 Zeichen je Minute oder 2,5
Zeichen je Sekunde und die Telegrafiergeschwindigkeit 2.5 • 7 • 7 =
122.5 Baud.
Die Abtastung der Geberwalze durch Schleifkontakte stellte wegen der
durch die verhältnismäßig hohe Umfangsgeschwindigkeit der Walze
bedingten Schleifwirkung einige werkstofftechnische Probleme. |
Alle
Anordnungen mit Schmierung der Abtastorgane schieden von vornherein aus
wegen der damit zusammenhängenden Forderung nach Wartung und Pflege.
Kohleartige Abtastorgane oder Bronzebürsten waren wegen der hohen
Abnützung auf den harten Isoliermaterialien und der Gefahr einer
stromleitenden Filmbildung auf den Isolierstrecken ungeeignet.
Andererseits war ein extrem hartes Material ebenfalls unbrauchbar im
Interesse einer langen Lebensdauer der Geberwalze.
Weiter durfte das durch die Abtastfeder abgeschliffene Isoliermaterial
nicht schmieren. sondern musste sofort als Staubkörnchen abfallen. Dazu
kam noch die Forderung nach Korrosionsfreiheit der Kontakte. Auf Grund
umfangreicher Materialuntersuchungen und langer Versuchsreihen wurde
eine Anordnung gefunden. mit der eine sehr große Betriebssicherheit der
Kontaktgabe erreicht wurde. Selbst nach einer Betriebszeit von über 1000
Stunden kann noch keine schädliche Abnützung der Geberwalze oder der
Kontaktfedern festgestellt werden.

Es ist vom Hell-Schreiber bekannt. dass seine große Betriebssicherheit
und Unempfindlichkeit gegen jegliche Störungen auf dem Übertragungswege
zu einem wesentlichen Teil in der Vermeidung von Start-Stop-Kupplungen
begründet liegt. Deshalb läuft auch beim Feldschreiber die Geberwalze
(ebenso auch die Schreibspindel und der Papiervorschub) dauernd um.
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Empfänger des
Feldfernschreibers |
 
Geber des
Feldfernschreibers |
 
Verstärker- und Anschlusssatz
Ansicht der Deckplatte |
 
Der
Empfänger |
 
Der
Motorgenerator |
 
Verstärker- und Anschlusssatz
Vorderansicht |
Daraus und aus der an den Feldschreiber gestellten Forderung nach
einfacher Bedienung durch wenig geschultes Personal ergaben sich für die
Konstruktion der Abtastmechanik einige bestimmte Gesichtspunkte.
Es mussten im einzelnen folgende Bedingungen erfüllt werden:
1. Die Abtastung der Schriftzeichen muss bei der dauernd umlaufenden
Walze jeweils am
Zeichenanfang beginnen.
2. Wird die gedrückte Taste vorzeitig losgelassen, so muss die Abtastung
selbsttätig bis zum Schluss des
Schriftzeichens fortgeführt werden.
3. Bei beliebig langem Drücken einer Taste darf das zugehörige
Schriftzeichen nur ein einziges Mal
abgetastet werden. Um ein Doppelzeichen zu schreiben. muss
also die entsprechende Taste auch
zweimal betätigt werden.
4. Wird die gedrückte Taste losgelassen, so muss sie sofort, auch vor
Beendigung der Abtastung. in die
Ruhestellung zurückgehen.
Die erste Forderung. der zwangsläufige Beginn der Abtastung am
Zeichenanfang, wurde durch eine allen Tasten gemeinsame Sperrschiene
erfüllt. die durch die dauernd umlaufende Geberwalze gesteuert wird und
die bewirkt, dass eine Taste jeweils nur in der Zeit gedrückt werden
kann, die den beiden für den Zeichenabstand vorgesehenen Bildlinien
entspricht. Während der übrigen Walzenumlaufzeit sind alle Tasten
gesperrt. Deshalb ist heim Feldschreiber ein rhythmisches 'fasten
erforderlich, um die höchste Schreibgeschwindigkeit von 150 Zeichen je
Minute auszunützen. Wird der Tastrhythmus nicht eingehalten, so werden
die Schriftzeichen auf dem kontinuierlich durchlaufenden
Empfangsstreifen in entsprechenden, mindestens doppelten Abständen
aufgezeichnet.
Das rhythmische Tasten könnte auf den ersten Blick als wesentlicher
Nachteil empfunden werden. Es hat sich jedoch in der Praxis gezeigt,
dass
schon hei geringen Schreibmaschinenkenntnissen das Schreiben auf dem
Feldschreiber keine Schwierigkeiten bereitet und keine große Übung
erfordert. Nach den Forderungen 2 bis 4 muss die Zeichenabtastung durch
Betätigen einer Taste eingeleitet und ausgelöst, dann aber unabhängig
von der Stellung der Taste aufrecht erhalten und selbsttätig beendet
werden. Dies wurde durch Einführen eines weiteren Elementes zwischen
Taste und Abtastfeder, durch den Zwischenhebel erreicht. Damit sind nun
die einzelnen Elemente der Abtastmechanik festgelegt und an Hand von
Abbildung 2 soll die Wirkungsweise im einzelnen erläutert werden.
Jedem Tastenhebel (a) ist ein Zwischenhebel (d) zugeordnet, der bei
Tastendruck die zugehörige Abtastfeder (e) freigibt, so dass sich diese
unter dem Zug einer Spiralfeder auf die Walze legen kann (Abb. 2,
Stellung 2). Wird die Taste kurz nach dem Niederdrücken wieder
freigegeben, so kehrt sie in die Ruhestellung zurück. ohne die
Abtastfeder von der Walze abzuheben. Ebenso kehrt der Zwischenhebel (d)
in seine Ruhestellung zurück (Stellung 3). Die Abtastfeder wird
erst nach Beendigung einer Umdrehung durch eine isolierte Leiste an der
Sperrschiene (b) von der Walze abgehoben und rastet in die Aussparung
des Zwischenhebels (Stellung 1) ein. Wird die Taste in Arbeitsstellung
gehalten (Stellung 2), so drückt die Sperrschiene den zugehörigen
Zughebel (c) nach vorn. Der Zwischenhebel kann in Ruhestellung gehen und
die nach einer Walzenumdrehung durch die Sperrschiene wieder abgehobene
Abtastfeder in den Zwischenhebel einrasten. Dieser verhindert damit ein
weiteres Abtasten. wenn eine Taste länger als eine Walzenumdrehung
niedergedrückt wird.
Das Tastenfeld enthält in einer der normalen Schreibmaschine
entsprechenden Anordnung nur die für den Telegrafiebetrieb unbedingt
erforderlichen Buchstaben- und Zeichentasten. Umlaute müssen durch ae
usw. ersetzt werden. Außer der Zahlenreihe 1 bis 0 sind noch die Zeichen
?, +, und zwei Leertasten für den Buchstabenabstand vorgesehen.
Mit der mit einem grünen Punkt auf dem Tastenknopf gekennzeichneten
Strichtaste. durch die ein zur Geberwalze parallel geschalteter
Kontaktfedersatz betätigt wird, können langsame (wegen des großen
Tastenhubes!) Morsezeichen gegeben werden.
Die Pausenzeichentaste wird nach einmaligen, Niederdrücken in dieser
Stellung durch eine Sperrschiene gehalten und sendet in zeitlichen
Abständen von 4 Schriftzeichen automatisch das Pausenzeichen T aus.
Durch Betätigen einer beliebigen anderen Taste wird die Verklinkung der
Pausenzeichentaste gelöst, und diese geht in die Ruhestellung zurück.
Der Geberrahmen ist mit 3 Schrauben auf dem Unterteil befestigt. Die
Tastleitung wird über Kontaktstifte mit dem Unterteil verbunden. |
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b) Das
Schreibsystem.
Das Gehäuse des Schreibsystems enthält einen aus hochpermeablen Blechen
aufgebauten Gleichstrommagneten. dessen Anker unter der Wirkung der
Empfangsströme mit einer Schneide den Papierstreifen von unten gegen die
Schreibspindel drückt.
Die Achse der Schreibspindel ist im Gehäuse fest gelagert.
Abbildung 3 zeigt das Schreibsystem mit abgenommenem Gehäusedeckel.
Die Spindel ist als zweigängige, links steigende Schraube von der Länge
einer Ganghöhe ausgebildet.
Da die halbe Ganghöhe der Höhe einer Schriftzeile entspricht, werden bei
einer halben Umdrehung zwei genau übereinander liegende Bildlinien
aufgezeichnet, wodurch die vom Hell-Schreiber bekannte
Doppelaufzeichnung in zwei übereinander liegenden Schriftzeilen entsteht.
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Die
Bildlinien werden, dem Drehsinn der links steigenden Schreibspindel
entsprechend, auf dem Papierstreifen von unten nach oben verlaufend
aufgezeichnet, und infolge des Streifenvorschubs erhalten dadurch die
Schriftzeichen eine dem natürlichen Schreibwinkel entsprechende
Rechtsneigung.
Bei nicht genau übereinstimmenden, Gleichlauf zwischen Geber und
Empfänger verläuft die Schriftzeile auf dem Papierstreifen schräg, und
zwar von unten nach oben, wenn der Empfänger schneller als der Geber,
oder von oben nach unten, wenn der Empfänger langsamer als der Geber
läuft.
Das Schreibsystem wird mit zwei Schrauben leicht auswechselbar am
Unterteil an der Frontseite des Getriebekastens befestigt. Das auf der
Schreibspindelachse sitzende Ritzel kommt dabei in Eingriff mit dem
Getriebe. Die Stromzuführung erfolgt über Kontaktstifte.
Durch die feste Verbindung des Schreibsystems mit der Geberwalze über
das gemeinsame Getriebe wird die Kontrollschrift stets in gerade
verlaufenden Schriftzeilen aufgezeichnet.

Der Feldschreiber im Betrieb
a) Der Funkbetrieb
Für den Einsatz des Feldschreibers im praktischen Betrieb ist neben
seiner einfachen Bedienung besonders die Anpassungsfähigkeit an alle
vorkommenden Betriebsverhältnisse wichtig.
Die Betriebsspannung kann um 1 100/, schwanken. ohne dass der Gleichlauf
der Antriebsmaschine davon beeinflusst wird.
Zum Funkempfang kam, der Feldschreiber an jeden für Telegrafieempfang
geeigneten Funkempfänger angeschlossen werden. Bei tonloser Sendung wird
ein Überlagerungston von etwa 900 Hz eingestellt, der bei
Kurzwellenempfang um einige hundert Herz schwanken kann. Die
Eingangsspannung für den Verstärker ist auf übliche Kopfhörerlautstärke
einzustellen und liegt dann mit großer Sicherheit innerhalb der
zulässigen Grenzen von 0,05 bis 5 Volt. Die Einregelung auf optimale
Verstärkung erfolgt automatisch durch die Pegelregelung. die auch bei
Kurzwellenempfang alle Fadings ausgleicht. Lediglich bei schwierigen
Störungsfällen kann eine grobe
Einregulierung der Empfangsverstärkung von Vorteil sein. Die günstigste
Empfängereinstellung ist immer unmittelbar an der störungsfreien
Aufzeichnung der Schriftzeichen zu erkennen. Diese Tatsache erleichtert
ganz wesentlich die Einstellung des Funkempfängers, besonders hei
ungeübter Bedienung oder bei starken Raumgeräuschen. Die Störsicherheit,
ausgedrückt in dem zulässigen Verhältnis von Störspannung zu
Signalspannung. ist beim Feldschreiber sehr groß. Praktisch kann
man sagen, dass die Empfangsgrenze des Feldschreibers mit derjenigen beim
Morsehörempfang zusammenfällt.
Die Antriebsmaschine ist auf dem gesamten Wellenbereich, von Ultrakurz-
bis Langwellen, entstört.
Die Sender sind für den Hell-Schreiberbetrieb im allgemeines in
Telegrafietastung zu betreiben. Durch die Schriftzeichenimpulse
wird bis zur Oberstrichleistung ausgesteuert, und in den Pausen soll der
Träger vollständig unterdrückt sein. Für die Sendertastung durch den
Feldschreiber sind verschiedene Möglichkeiten vorgesehen.

Eine direkte Tastung des Senders durch die Geberkontakte des
Feldschreibers ist nur bei genügend kleiner Tastleistung zulässig. Die
Geberkontakte sind dazu an die Zwölffachsteckdose auf der Frontseite des
Verstärkers geführt. Durch den Führungsstift des entsprechenden Steckers
wird ein Kontakt geöffnet und damit die Geberkontakte von den
Stromkreisen des Verstärkers abgetrennt, Größere moderne Sender besitzen
meist ein Modulationsgerät zur Tastung durch Tonfrequenzimpulse In
diesem Fall werden die Klemmen des Feldschreibers mit dem entsprechenden
Tastanschluss des Senders verbunden. der dann durch die vom Feldschreiber
gelieferten und im Modulationsgerät verstärkten und gleichgerichteten
900 Hz-Impulse getastet wird. Der Feldschreiber liefert dabei
Kontrollschrift. Für mittlere Sender mit Anodenstromtastung wurde ein
kleines Tastgerät entwickelt, das zwischen Sender und Feldschreiber
geschaltet wird und aus diesem die Betriebsspannung entnimmt.
Abbildung
7 zeigt das vereinfachte Schaltbild des Testgerätes mit den
dazugehörigen Stromkreisen des Feldschreibers. Die 900-Hz-Spannung
des Röhrensummers wird im Transformator Tr auf 400 Volt heraufgesetzt,
in dem Gleichrichterrohr GI gleichgerichtet und nach Glättung durch den
Kondensator C über den Widerstand W im Feldschreiber und über R an die
Klemmen S geführt. An diese Klemmen ist der Gittergleichstromkreis des
Senders derart angeschlossen, dass das Senderohr gesperrt
ist.
Wird der parallel zu S liegende Geber G des Feldschreibers getastet, so
wird die Sperrspannung U, über den Schutzwiderstand R kurzgeschlossen
und damit der Sender geöffnet Der dabei auftretende Taststrom erzeugt am
Widerstand \V des Feldschreibers eine Spannung. die das Gitter des
Endrohres im Rhythmus der getasteten Zeichen öffnet. Damit liefert also
das gehende Gerät Kon

b) Der Leitungsbetrieb.
Die mit den Schriftzeichen modulierte Trägerfrequenz von 900 Hz gelangt
von den Klemmen aus über die Leitung zur Gegenstation und
gleichzeitig in den eigenen Verstärker. Man erhält also bei
Leitungsbetrieb ebenfalls stets Kontrollschrift. Eine Umschaltung von
Senden auf Empfang ist nicht erforderlich, das Gerät ist stets sende-
und empfangsklar.
Grundsätzlich kann der Feldschreiber an jeder Art von Leitung betrieben
werden, wobei nur die zu überbrückende Leitungsdämpfung für 900 Hz
kleiner als 5 Neper sein muß. Eine Anpassung des Feldverstärkers an den
Leitungswiderstand ist nicht erforderlich. Infolge der Pegelregelung ist
das Gerät auch unempfindlich gegen Echoimpulse. sofern diese wenigstens
um etwa 0,7 Neper gegenüber dem Hauptimpuls gedämpft sind.
c) Das Anrufgerät.
Beim Betrieb des Feldschreibers auf Leitungen. besonders beim Einsatz an
Stelle des Feldfernsprechers, ergab sich die Forderung nach einer
Anrufmöglichkeit der Gegenstation. Die Parallelschaltung des
Feldfernsprechers zum Feldschreiber wäre eine ungenügende Lösung, da mit
dem Feldschreiber größere Entfernungen als mit dem Feld-Fernsprecher
überbrückt werden können.

Es wurde deshalb ein besonderes Anrufgerät
entwickelt, das als kleines Zusatzgerät an der Steckdose des
Feldschreibers angeschlossen wird und aus ihr die erforderliche
Betriebsspannung entnimmt. Als Anrufspannung stehen 900 Hz Impulse
mit einer minimalen Leistung von etwa 10 Watt
zur Verfügung. durch die über ein Verstärkerrohr in
einer Art Reflexschaltung ein Relais eingeschaltet
wird. Bemerkenswert ist, daß dabei als Anodenspannung nur die Betriebsspannung des Feldschreibers von 12 Volt zur Verfügung steht.

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