DC 300 (1970) - Der Sprung in das Digitalzeitalter setzt neue Maßstäbe


Der Chromagraph DC 300 ist ein elektronischer Tageslicht-Scanner zur Herstellung korrigierter Halbton- und Raster-Farbauszüge für alle Druckverfahren.


Gesamtansicht - Die Anlage besteht aus dem Abtastgerät mit dem Farbrechner und einer Schrankkombination, welche die Digitalelektronik und die Stromversorgung enthält

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Als Abtastvorlagen sind Farbdiapositive, Farbnegative oder flexible Farbaufsichtsbilder geeignet. Für Kombinationen aus mehreren Bildmotiven, für Einblendungen von Schriften und Strichmotiven, Bildfreistellungen, Teilbildkorrekturen und farbige Umrandungen sind ein besonderer Masken-Abtastkopf und eine Abtastwalze für die Aufnahme einer Steuermaske vorhanden.

Vergrößerungs- oder Verkleinerungsarbeiten lassen sich in dem außerordentlich großen Bereich zwischen 33 1/3 und 1.685 % mittels drei unterschiedlich großer Abtastwalzen in Verbindung mit digitaler Speicherung durchführen.
Die wählbaren Auflösungsfeinheiten sind 140, 200, 300 und 600 Linien/cm. Die Farbauszüge werden je nach gewählter Auflösungsfeinheit mit Schreibzeiten von 7, 10, 15 oder 30 Sekunden für 1 cm Vorschub aufgezeichnet.

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Das maximale Format von 40 x 50 cm (16 x 20 in) für Vorlagen, Masken- und Auszugsfilme gestattet die Herstellung der Farbauszüge für ganzseitige Illustrationen, großformatige Bildkombinationen und ganze Magazin- und Zeitschriftenseiten in einem Arbeitsgang.

Graukeil- und Paßkreuzeinbelichtung, vollautomatische Filmaufspannung auf die Schreibwalze und großzügiger Bedienungskomfort weisen den Chromagraph DC 300 als ein vielseitiges und hochwertiges Instrument der Reprotechnik aus.

Wie bei allen Chromagraph-Scannern wird zunächst das vom Abtastkopf aufgenommene und vom Bildinhalt modulierte Licht von vier Photomutipliern in elektrische Signale umgewandelt. Drei dieser Signalspannungen geben den Anteil des blauen. roten und grünen Lichtes der abgetasteten Bildstelle wieder; die vierte dient der Umfeldmaskierung.

Diese vier Spannungen werden in dem völlig neu entwickelten Vierkanal-Farbrechner verarbeitet. dessen viele Möglichkeiten der allgemeinen Farbkorrektur, der erweiterten selektiven Farbkorrektur. der Farbrücknahme, der Farbzugabe, der normalen und der neutralen Spitzlichtaufsteilung, der Teilbildkorrektur, der Farbstich-Ausgleichsregelung und der Gradationsbeeinflussung mit Vorwahl für das Druckverfahren den hohen Gebrauchswert des Chromagraph DC 300 wesentlich bestimmen.
Die Einstellungen am Farbrechner können vor der Aufzeichnung jedes Farbsatzes für alle vier Farbauszüge des Farbsatzes vorgewählt werden. Diese im Interesse kurzer Einstellzeiten sinnvolle Vorwahl erfordert eine gewisse Vielfalt der übersichtlich in Gruppen zusammengefaßten Bedienungselemente.

Das Schreibsignal des Farbrechners gelangt über den Maßstabrechner — je nach eingestelltem Maßstab zeitlich gedehnt oder gerafft — an den Eingang der völlig neuentwickelten Schreibendstufe, die entweder den Halbton- oder den Rasterschreibkopf steuert. Dem Wunsch nach kurzen Rüstzeiten und damit guter Ausnutzung der hohen Arbeitsgeschwindigkeit des Chromagraph DC 300 kommen die herausnehmbaren Abtastwalzen und die automatische Aufspannung der Auszugsfilme und Kontaktraster auf die Schreibwalze bei vollem Tageslicht entgegen.

Der Chromagraph DC 300 weist konstruktiv gegenüber den weltweit bekannten anderen Chromagraph-Scannern bedeutende technische Besonderheiten auf.

Sie gründen sich auf langjährige Erfahrungen unserer Ingenieure im Scannerbau und berücksichtigen vielfältige Wünsche namhafter Reproanstalten aller Länder.

Der Chromagraph DC 300 ist mit allem technischen Komfort und mit einer Anzahl reprotechnisch interessanter Neuerungen ausgestattet. daß mit ihm die vielfältigsten reprotechnischen Prozesse ausführbar sind.

Seine Arbeitsgeschwindigkeit übertrifft die aller bisher entwickelten Hell-Scanner.

Der Chromagraph DC 300 ist so konzipiert. daß er sowohl in seiner Leistung als auch in der Vielfalt der Arbeitsprogramme den größten Teil der in Reproanstalten oder Reproabteilungen von Druckereien aller Art anfallenden Arbeiten übernehmen kann.

Seine wichtigsten Vorzüge sind von den bereits installierten Geräten her bekannt; sie begründen die große Nachfrage nach dem Chromagraph DC 300.

Bild links: Eine separate Maskenwalze nimmt die Steuermaske auf. Sie steuert das Einkopieren von Schriften. Strichmotiven usw. und das Ineinanderkopieren von verschiedenen Bildmotiven, wie es vom Combi-Chromagraph CT 288 her bekannt ist. Rechts neben dem Farbrechner ist der Steuersatz angeordnet. Auf seiner Oberseite befinden sich u. a. das Programmfeld, die Dichtegeber, Regler für die Filmlinearisierung und Anzeigeinstrumente für das Vakuum der Abtast- und Schreibwalze.

Die Abbildung rechts zeigt die Schreibseite des Abtastgerätes mit der eingesetzten Tageslichtkassette.  Die Filmaufspannung erfolgt hei Betätigung eines Hebels vollautomatisch, so daß Registerfehler durch falsche Handhabung unmöglich sind.
Farbauszüge für alle Druckverfahren

Mit dem Chromagraph DC 300 können Farbauszüge bis zum Format 40 x 50 cm für Hoch-. Flach- und Tiefdruck hergestellt werden. Durch vorgewinkelte Kontaktraster, die zusammen mit dem Auszugsfilm (Lith-Film) in die neu entwickelten Tageslichtkassetten eingelegt und nach Hebelbetätigung automatisch und verzerrungsfrei auf die Schreibwalze aufgespannt werden, ist die Rasterung der Auszüge für Hoch- und Flachdruck in einem Arbeitsgang möglich.  Für Tiefdruck werden die Farbauszüge auf handelsüblichen Halbtonfilm aufgezeichnet.

Für die unterschiedlichen Druckverfahren — Hochdruck, Flachdruck und Tiefdruck — kann mittels eines Stufenschalters der Gradationstyp bei automatischer Einhaltung der Graubalance vorgewählt werden.


Farbdiapositive, Farbnegative, Farbaufsichtsbilder


Als Reproduktionsvorlagen eignen sich Farbdiapositive. Farbnegative und flexible Farbaufsichtsbilder. Das Format der Vorlagen kann bis zu 40 x 50 cm betragen.
Die Beleuchtung resp. Durchleuchtung der Vorlagen erfolgt mittels einer Xenonlampe hoher Lebensdauer. Aufsichtsvorlagen werden vom Optikkopf aus beleuchtet. Hierzu wird das Licht der Xenonlampe dem Optikkopf über Lichtleitkabel zugeführt.

Die Abtastung der Vorlagen erfolgt bei 1 : 1-Reproduktionen mit der gleichen Linienzahl, die für die Aufzeichnung gewählt wird. Für Halbton-Farbauszüge z. B. für Tiefdruck kann zwischen 140 und 200 Linien/cm. für Raster- und Flachdruck zwischen 300 Farbauszüge z. B. für Hoch- und 600 Linien/cm gewählt werden.


Vergrößerungen und Verkleinerungen

1 : 1-Wiedergabe in Maßstabsänderungen sind neben der einem sehr großen Bereich möglich. Mit Hilfe eines neuartigen digitalen Maßstabrechners kann der Bereich von 33 1/3  Verkleinerung über 100% bis zu 1.685% Vergrößerung in drei Bereichen mit wahlweise einsetzbaren Abtastwalzen von unterschiedlichem Durchmesser beherrscht werden


Maximalformate für Originale, Masken und Auszüge

Auf dem Chromagraph DC 300 können Vorlagen. Steuermasken und Auszugsfilme bis zum Maximalformat von 40 x 50 cm verarbeitet werden.

Die auswechselbaren Abtastwalzen sind für maximale Originalgrößen von 13 x 13 cm, 25 x 40 cm und 40 x 50 cm vorgesehen.  Auf der kleinen und mittleren Abtastwalze werden die Farbdiapositive oder -negative mittels Vakuum befestigt. Ein Olfilm, der sich nach Evakuieren der Luft zwischen Walzenoberfläche und Farbdurchsichtsoriginal bildet, verhindert Newton-Ringe und mildert Beschädigungen wie Kratzer usw.


Graukeil- und Paßkreuzeinbelichtung auf Knopfdruck

Für die laufende Kontrolle der Gradation von Film und Entwicklung kann auf Tastendruck in jeden Auszug ein 17stufiger Graukeil mit genau vorgegebenen Dichten einbelichtet werden Der Graukeil wird durch ein digitales Programm, nicht durch Abtastung einer entsprechenden Vorlage erzeugt.  Absolute Dichtetreue in allen Stufen ist daher gewährleistet. Ebenfalls auf Knopfdruck können in die Auszugsfilme Paßkreuze einbelichtet werden.


Funktionsprinzip des DC 300 (unteres Bild)

Die grundsätzliche Funktion des Chromagraph DC 300 ist aus dem nebenstehenden Schema nur stark vereinfacht ersichtlich. Es sollen daher nachstehend noch einige Vorzüge des DC 300 gegenüber den früher entwickelten Scannern erwähnt werden.

 
Link zum Chromaskop von 1976 Multi-Color-System zum Chromagraph DC 300